Content Marketing:
Was will der Konsument?

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Unser Gastblogger Raoul Fischer, freier Journalist und PR-Berater für Medien wie die W&V, schreibt zum aktuellen Hype um Content Marketing als Mangelware und unverzichtbare Unternehmensstrategie: über Gallier, Römer, das Prügeln und den Handel mit Hinkelsteinen.

 

von Raoul Fischer, Gast bei VIER FÜR TEXAS

Kennen Sie das Asterix-Heft die „Obelix GmbH & Co. KG“? Darin machen die Römer aus Asterix‘ dickem Freund („Wer ist hier dick?“) einen professionellen Hinkelsteinhändler. Der Hintergedanke: Wer Handel treibt, verprügelt keine Römer. Geschickt. Irgendwann treiben (fast) alle Gallier Handel mit Hinkelsteinen und prügeln nicht mehr rum. Eigentlich eine gute Idee – aber die Geschichte geht dennoch nicht gut aus für die Römer. Aber dazu kommen wir später.

Dasselbe Phänomen beobachten wir gerade beim Thema Content Marketing. Ein neuer Hype, wie es scheint. Und das aus gutem Grund. Dass Verbraucher und Kunden eher für Inhalte und Mehrwert empfänglich sind als für platte Werbebotschaften, hat sich inzwischen herumgesprochen. Also setzen Unternehmen in Kundenansprache und -bindung zunehmend auf hochwertige inhaltliche Angebote, die exakt auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Horizont hat mit Facit Research eine interessante Studie zum Thema Content Marketing vorgelegt, die sich näher mit dem Phänomen befasst. Interessant, weil sie den gegenwärtigen Status bei Unternehmen und Werbungtreibenden widerspiegelt. Die stufen das Thema als wichtig ein: 50 Prozent wollen es vielleicht in den nächsten fünf Jahren ausbauen, 43 Prozent ganz sicher. Schon heute investieren sie durchschnittlich 126.000 Euro jährlich in diesen Bereich.

Das Problem der Studie: Sie blendet die Konsumenten-Perspektive aus. Nur ein Beispiel: Wer heute noch E-Mail-Newsletter für relevanter hält als Social Media, hat noch nicht begriffen, dass gerade jüngere Zielgruppen gar nicht mehr über E-Mail kommunizieren, sondern über Messenger-Dienste, gerne auch WhatsApp. Genau diese Perspektive ist aber wichtig. Was wollen die Zielgruppen? In welchem Kontext oder welcher Situation nutzen sie welche Inhalte? Wie viele Firmen-Apps lädt sich ein Kunde auf sein Smartphone? Welche Webseiten oder Zeitschriften braucht er? Hier sind intelligente Konzepte gefragt und gute Ideen. Bevor wir anfangen die Verbraucher mit inhaltlichen Angeboten jedweder Art zuzumüllen, so wie wir es früher mit Werbebotschaften getan haben.

Denn sonst geht es so wie bei Asterix: Nachdem Hinkelsteine zuerst hip waren, sind sie später nur noch inflationär. Der Hinkelstein wird zur Dreingabe, die Römer kaufen nicht mehr, die Gallier werden keine Hinkelsteine mehr los. Der Unterschied: Die konnten immerhin die Römer verprügeln, um sich schadlos zu halten. Das ist heute eher ungewöhnlich.

 

Wer ist Raoul?

Der 48-jährige ist seit 2010 selbstständig als freier Journalist und PR-Berater tätig und arbeitet vor allem zu den Schwerpunkten Medien, Digital Business und Employer Branding. Dazu wird er immer wieder für die Moderation von Panels oder Kongressen von verschiedenen Medien, Unternehmen und Verbänden gebucht.

Hier geht es zu Raouls Xing-Profil.

 

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Raoul sagt: “Sie haben die Geschichte, wir erzählen sie.” Wie genau das geht, zeigt er mit seinen “Geschichten-Gewerken” – auch bekannt unter StoryWorks.

 

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